Jetzt war ein paar Tage Flaute hier - Dienstreise… was will man machen?
Prompt führte der gestrige Schritt an den geliebten Plattenkasten zu Kummer - die schon erwähnte Federschwäche scheint sich zu verschlimmern. Also hab ich mal ein wenig in den Weiten des Netzes gewühlt, und eine ziemlich geniale Seite zum Thema Grammophon-Technik gefunden. Damit waren die Fehlerursachen relativ schnell einzugrenzen.
Ernüchternd: Die möglichen Ursachen beschränken sich auf eine abgenutzte Feder oder ein zu hohes Auflagegewicht der Schalldose. Letzteres lässt sich wohl nur schwerlich korrigieren, denn bei klassischen Grammophon-Tonarmen gibt es nur die zwei Zustände “aufgelegt” oder “geparkt”. Die von modernen Plattenspielern so geschätzten Feineinstellungen für Auflagegewicht oder gar “Anti-Skating”… …okay, bleiben wir auf dem Boden der Tatsachen.
Nun bin ich von der vorsichtigen Fraktion und ziehe die Feder grundsätzlich nicht bis zum Anschlag auf - sollte man ja wohl auch eher nicht tun. Trotzdem muss ich das mal austesten, denn dass ein Grammophon dieser Größenordnung gerade mal eine normale Plattenseite schafft und danach schwächelt will mir nicht in den Kopf. Zumal ich ja auch “große” Schellacks (12”) habe, die entsprechend länger spielen. Gut, gnädigerweise arbeitet die konstante Drehgeschwindigkeit bei nach innen hin kleiner werdenden Rillenlänge pro Umdrehung für mich - die Feder hat’s leichter, die schwarze Scheibe um die Kurve zu wuchten - aber die Schwelle, ab wo dann die Tourenzahl beträchtlich abfällt, ist eben schon bedenklich nahe.
Nur nebenbei habe ich letzte Woche mein altes Kastengrammophon wieder aus der Versenkung geholt und werde das in den nächsten Tagen hier mal dokumentieren. Originalzustand ist anders, aber es gibt ein paar interessante Details. Da der Ehrgeiz wieder erwacht ist, werde ich aber versuchen, ein gleichartiges Gerät im Originalzustand im Auktionshaus meiner Wahl zu “schießen”…