Tja, grad so gut könntet Ihr fragen: Wieso im 21. Jahrhundert überhaupt noch ein Grammophon?
Das -phon war glaube ich der Auslöser - beschäftige ich mich doch seit einiger Zeit intensiv mit Saxophonen (ich fürchte, ein Saxophon-Blog wird folgen, wenn dies hier erst mal “rund” läuft). Irgendwie liebe ich seit 30 Jahren alte Jazzmusik, spiele seit 4 Jahren selbst Saxophon (vorher auch schonmal Klarinette) und bin regelmäßigen Anflügen von Nostalgia ausgesetzt.
Außerdem scheint es unsereins von der Elektronik-affinen Fraktion gegeben zu sein, sich ab und an mit anachronistischer Technik auseinandersetzen zu müssen. Da liegt es fast schon nahe, sich mal mit Musikmaschinerie zu befassen, die aus gigantischen, leicht zerbrechlichen Datenträgern gerade mal ein Musikstück pro Seite herauskratzt - und das auch noch komplett ohne elektrischen Strom!
Unser erstes Grammophon steht sogar schon eine Weile hier - dafür ist es nicht wirklich alt. Der Welt beliebtester online-Marktplatz wird derzeit mal wieder überflutet mit Nachbau-Grammophonen, die üblicherweise alten “His Master’s Voice” Modellen nachempfunden sind - oder sein sollen. Dekorativ ist sowas zweifellos - aber auch nur das. Die Verarbeitung erlaubt nicht wirklich, sich dem historischen Klanggenuss anzunähern.
Meine “Lieblinge” sind daher momentan ein altes Kasten- bzw. Tischgrammophon ohne nähere Markenbezeichnung und vor allem mein jüngstes Schnäppchen, das erst seit gestern hier steht: Eine Grammophontruhe noch nicht genau bestimmten Alters mit einem interessanten aber auch noch nicht weiter ergründeten Herstellerschild. Letzteres Schätzchen werde ich in den nächsten Tagen hier mit Bildern näher beschreiben - und auch, was daraus noch wird.
Weiteres Thema wird das Zubehör werden, denn zu jedem Grammo gehören Schellacks und Nadeln, und das allein ist eine Sammelaktion für sich.
Natürlich sind Interessierte, die sich mit ihren Erfahrungen hier beteiligen möchten, stets willkommen - ich bin gespannt, was aus der Seite wird.