31. Mai 2007
Tja, grad so gut könntet Ihr fragen: Wieso im 21. Jahrhundert überhaupt noch ein Grammophon?
Das -phon war glaube ich der Auslöser - beschäftige ich mich doch seit einiger Zeit intensiv mit Saxophonen (ich fürchte, ein Saxophon-Blog wird folgen, wenn dies hier erst mal “rund” läuft). Irgendwie liebe ich seit 30 Jahren alte Jazzmusik, spiele seit 4 Jahren selbst Saxophon (vorher auch schonmal Klarinette) und bin regelmäßigen Anflügen von Nostalgia ausgesetzt.
Außerdem scheint es unsereins von der Elektronik-affinen Fraktion gegeben zu sein, sich ab und an mit anachronistischer Technik auseinandersetzen zu müssen. Da liegt es fast schon nahe, sich mal mit Musikmaschinerie zu befassen, die aus gigantischen, leicht zerbrechlichen Datenträgern gerade mal ein Musikstück pro Seite herauskratzt - und das auch noch komplett ohne elektrischen Strom!
Unser erstes Grammophon steht sogar schon eine Weile hier - dafür ist es nicht wirklich alt. Der Welt beliebtester online-Marktplatz wird derzeit mal wieder überflutet mit Nachbau-Grammophonen, die üblicherweise alten “His Master’s Voice” Modellen nachempfunden sind - oder sein sollen. Dekorativ ist sowas zweifellos - aber auch nur das. Die Verarbeitung erlaubt nicht wirklich, sich dem historischen Klanggenuss anzunähern.
Meine “Lieblinge” sind daher momentan ein altes Kasten- bzw. Tischgrammophon ohne nähere Markenbezeichnung und vor allem mein jüngstes Schnäppchen, das erst seit gestern hier steht: Eine Grammophontruhe noch nicht genau bestimmten Alters mit einem interessanten aber auch noch nicht weiter ergründeten Herstellerschild. Letzteres Schätzchen werde ich in den nächsten Tagen hier mit Bildern näher beschreiben - und auch, was daraus noch wird.
Weiteres Thema wird das Zubehör werden, denn zu jedem Grammo gehören Schellacks und Nadeln, und das allein ist eine Sammelaktion für sich.
Natürlich sind Interessierte, die sich mit ihren Erfahrungen hier beteiligen möchten, stets willkommen - ich bin gespannt, was aus der Seite wird.
Grammophon
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Grammophon “Victor V” der Victor Talking Machine Co.
Ein Grammophon oder -fon (von altgr.: grammein, „schreiben“ und phone, „Stimme“) ist ein Gerät zur Aufzeichnung und Wiedergabe von Tönen, das 1887 von Emil Berliner erfunden wurde (Anmeldung zum Patent: 29. September 1887). Als reines Abspielgerät war es der mechanische Vorläufer des Plattenspielers.

Grammophonfabrik Emil Berliners in Hannover
Das Grammophon ist – im Gegensatz zum Phonographen – mit einer runden Platte (Schallplatte) ausgestattet, auf der die Töne mechanisch aufgezeichnet werden; Edisons Phonograph verwendete noch eine Walze. Berliners Schallplatte bestand aus einer flachen, wachsbeschichteten Zinkscheibe als Tonträger; jede Platte musste bei diesem Verfahren einzeln hergestellt werden. Zur Aufnahme wurde die Schalldose über eine Spindel spiralförmig über die Schallplatte geführt, durch den Trichter bewegte der Schall selbst eine Membran, an der wiederum über ein Hebelsystem die Nadel befestigt ist. Dadurch wurde im Wachs ein Abdruck des Schalls erzeugt. Nach einem Säurebad blieb diese so entstandene Rille im Zink zurück, das Wachs konnte entfernt werden. Von dieser “Mutter” genannten Schallplatte konnten im galvanischem Wege per Elektrolyse eine Kopie gefertigt werden. Diese wiederum diente als Matrize zur Herstellung von Schallplatten.
Normale Grammophone waren allerdings - im Gegensatz zum Phonographen - nicht für die Aufnahme von Schallplatten vorgesehen. Dadurch entfiel die Spindel zur Führung der Schalldose, die Nadel wurde durch die Rille selbst geführt. Zur Wiedergabe bewegte in umgekehrtem Mechanismus zur Aufnahme die Form der Rille die Nadel, welche wiederum über ein Hebelsystem die Schwingung an die Membran übertrug. Zur Verstärkung wurde ein Trichter eingesetzt.
Den Beginn der Schallplattenvervielfältigung kann man im Jahr 1892 ansetzen, als erstmals nickelüberzogene Kupfernegativplatten aus vulkanisiertem Gummi gepresst wurden. Schellack wurde ab 1895 als Grundstoff für Schallplatten eingesetzt. Eine Schellackplatte besteht nicht wirklich aus Schellack, sondern aus einer Mischung von Gesteinsmehl, Kohlenstaub und Tierhaaren. Der Schellack wurde hierbei als Bindemittel eingesetzt.
Die ersten Schallplatten hatten einen Durchmesser von ca. 12 Zentimeter, später setzten sich allgemein Größen von 25 cm oder 30 cm durch. Auch waren die ersten Schallplatten lediglich einseitig bespielt, es dauerte bis nach der Jahrhundertwende, dass die ersten Platte auch beidseitig bespielt wurden.
Nun ist es soweit - mein erstes Blog geht online (nicht, dass ich nicht schon genug Webtraffic verursacht hätte - aber eben noch nicht in der Blogosphere).
Thema dieses Blogs wird eine heimliche Passion von mir - Grammophone und Schellack-Schätzchen!
Jetzt finde ich erst mal detailliert raus, was mit WordPress alles geht (und was nicht), und dann geht’s auch inhaltlich zur Sache.
Also schaut gern mal wieder rein.
Jerry